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Was sind Schädlinge?
Von alters her sind zahlreiche Tierarten bekannt, die in
die menschliche Behausung eindringen, um dort die Vorräte, die
gelagerten Materialien oder den Menschen selbst zu befallen.
Diese Tierarten, die auf unterschiedlichste Weise (Flug,
Zulauf, Körperkontakt, Haustiere) in die Wohnungen gelangen
können, vermehren sich dort bei günstigen Bedingungen (Futter,
schützende Verstecke) oft explosionsartig und sind dann nur
schwer zu vertreiben. Diese ungebetenen Gäste, die bei echten
Schadwirkungen als Schädling, Schmarotzer oder Parasit bzw.
pauschalisierend als Ungeziefer bezeichnet werden, gehören im
wesentlichen zum zoologischen Stamm Arthropoda (Gliedertiere)
mit den einzelnen Gruppen Zecken, Milben, Spinnen, Skorpione
und Insekten. Nur wenige andere Tierstämme sind noch
beteiligt, können aber, wie z.B. Fadenwürmer (Nematoden) oder
Säugetiere (Ratten, Mäuse), im Einzelfall durchaus in großer
Individuendichte auftreten. Im Einzelnen werden bei den
Schädlingen nach ihrem Aufenthaltsort bzw. der Schadwirkung
folgende Gruppen unterschieden:
1. Hygiene- und Gesundheitsschädlinge
Hierbei handelt es sich um Arten, die direkt durch Stich oder
Biss (Blutsauger = Ektoparasiten) oder indirekt durch Fäkalien
(z.B. Ratten) Krankheitserreger des Menschen bzw. seiner
Haustiere übertragen und so zu Krankheiten führen. In diese
Kategorie gehören auch solche Arten, die durch massenhaftes
Auftreten (z.B. Staubmilben) als Auslöser von Allergien
indirekt massive Erkrankungen bewirken.
2. Vorratsschädlinge
Die hier einzuordnenden Tiere befallen gelagerte Nahrungs- und
Futtervorräte und können dabei eventuell ganze Ernten
vernichten, was schon in der Bibel beschrieben und in
Inquisitionszeiten Hexen angedichtet wurde. Aber auch in
modernen Zeiten müssen viele Nahrungsmittel wegen
Schädlingsbefall im großen Maße verworfen werden, insbesondere
bei den immer länger werdenden Transportwegen. Aufgrund der
häufig sehr geringen Körpergröße der Schädlinge oder ihrer
Nachtaktivität (z.B. Nager) bleibt ein Befall meist solange
verborgen, bis massivste Schäden auftreten. Aus diesen Gründen
haben einige Länder umfangreiche Vorschriften erlassen, um ein
Einschleppen derartiger Schädlinge zu verhindern.
3. Materialschädlinge
Diese Arten zerstören Materialien, die tierischen (z.B. Pelze,
Wolle) bzw. pflanzlichen Ursprungs (Stoffe, Holz, etc.) sind,
oder anorganische Materialien, indem sie diese fressen oder
auskratzen (z.B. Mörtelbiene). Diese Schädigung kann von außen
erfolgen (z.B. Motten) oder von innen (z.B. Holzkäfer =
“Holzwürmer“). Derartiger Fraß zerstört eventuell wertvollste
Materialien und kann (insbesondere in den Tropen bei
Termitenbefall) ganze Häuser zum Einsturz bringen oder
wertvollste Altertümer vernichten (z.B. Holzwurm antikes
Mobiliar).
4. Lästlinge
Hierbei handelt es sich um Arten, die keine deutliche
Schadwirkung haben, deren massenhaftes Auftreten aber zu
Belästigungen in vielerlei Hinsicht (optisch, akustisch,
ästhetisch, physisch) führt. Selbst an sich nützliche Tiere
wie Spinnen werden häufig bei massivem Auftreten als lästig
empfunden. Von anderen Vertretern dieser Gruppe (z.B. Bienen,
Wespen) kann zudem noch eine Bedrohung für die Gesundheit
infolge der beim Stich injizierten Gifte ausgehen.
Neben diesen vier Kategorien der Schädlinge finden sich häufig
– ebenfalls meist in großer Individuenzahl – Nützlinge,
Zufluginsekten und Zufallsgäste, die das Haus als Schutzraum
vor eigenen Feinden und vor der Kälte aufsuchen oder als
Jagdgebiet benutzen
(Nützlinge, u.a. Spinnen).
Aus: Mehlhorn B., Mehlhorn H.: Zecken, Milben, Läuse, Schaben
– Schach dem Ungeziefer. Springer Heidelberg, 2. Auflage
(1992)
SPS
Schädlingsbekämpfung
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47906 Kempen
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